Querbee(a)t durch die Rock- und Popmusik
<REPORTAGEN 2026>
Mit Brass-Pop-Energie querbeet durch die Blasmusik
Müsen. Ein anspruchsvolles Repertoire lief am vergangenen Sonntag (21.März 2026) beim Musikverein Müsen (Dirigat: Dirk und Jana Setzer) im fast ausverkauften Gebrüder-Busch-Theater vom Stapel. Der Verein hatte in 23 Proben und einem Proben-Wochenende mit einem Dozenten der Philharmonie Süd-westfalen (Thomas Wanner, Posaune) zum diesjährigen Frühjahrskonzert ein Programm von Format er-stellt
Mit dabei wie jedes Jahr:
Die Flötengruppe unter Heike Giesler-Lemke, das Mini-Orchester unter Maike Schmidt und Luca Grosche sowie das Jugendorchester unter dem Dirigat von Jana Setzer und Theo Schmidt.
Die Flötengruppe unter Heike Giesler-Lemke, das Mini-Orchester unter Maike Schmidt und Luca Grosche sowie das Jugendorchester unter dem Dirigat von Jana Setzer und Theo Schmidt.
Das diesjährige Programm führte quer durch verschiedene Genres und musikalische Epochen unter dem sinnreichen Titel „Querbee(a)t durch die Musik.
Und das ging es in der Tat – mit bewährter und bekannter „Müsener Musikpower“. Mit der Komposition „Chicago-Festival“ eröffneten die rund 70 Musikanten die Vortragslette, ein Werk, das die Energie und Atmosphäre einer Weltstadt in Klang verwandelt. Anschließend begrüßte Vorsitzender Bernd Hoffmann Publikum und Gäste.
Dass es der Musikverein hervorragend versteht, Lebensfakten und Stimmungsbilder in Töne zu verwand-eln, muss man nicht mehr erzählen.
Weiter ging es mit dem „Concerto d’Amore“ – einst der meistgespielten Werke von Jaco de Haan. Das besondere an diesem Stück ist, dass nach einer barocken Einleitung das Hauptthema immer wiederkehrt, während die einzelnen Parts verschiedene Tempi enthalten.
Mit Musik aus „Aida“ schlug das Programm die Brücke von der sinfonischen Blasmusik zum Musiktheater. Details dazu konnte man dem sehr ausführlich gestaltetem Programmheft entnehmen, so dass man sich authentisch mit der Musik verbunden fühlte. Bemerkenswert ist das sogenannte Holzregister, das bei den Müsenern sehr gut besetzt ist.
Es folgte mit dem „Florentiner Marsch“ ein regelrechter Ohrwurm und einer der meistgespielten Märsche, der mit einer Solo-Fanfare beginnt und nach Geplapper der Piccoloflöten mit einem rasanten Finale endet. Spieltechnisch übrigens kein leichter Marsch!
Danach durften erst einmal die „kleinen Künstler/innen“ auf die Bühne, nämlich die Flötengruppe und das Mini-Orchester, die keck und unbefangen ihre Stückchen vortrugen – lustig und in drolliger Form. So etwas hat kaum ein anderes Orchester zu bieten!
Das Jugendorchester (Dirigat: Jana Setzer) fetzte mit „Mama Mia“ los und lieferte in der Komposition „The Beauty and the Beast“ einen instruktiven Einblick in das klassische Märchen der jungen Frau Belle, die sich ein Biest verliebt. Musikalisch sehr gut ungesetzt!
Es folgte eine längere Pause, in der man u. a. die Gelegenheit hatte, das Programmheft zu studieren, in dem der Musikverein detailliert beschreibt, was so alles geschehen war. Dazu zählt auch eine namentliche Auflistung der Musiker/innen in den einzelnen Registern – Informationen, die man anderswo kaum in die-ser Form erhält. Selbst ein Einblick in die Jugendarbeit fehlt nicht.
Bevor es weiterging im Programm, wurden verdiente Musiker mit Ehrennadel und Urkunden geehrt:
Uwe Lautenschlager, 50 Jahre aktiv; Heinrich Schulthoff, 50 Jahre passiv, sowie Dieter Hermann, 70 Jahre aktiv/passiv (eine seltene Ehrung). Die letzten drei Titeln des Hauptorchesters waren ziemliche „dicke Bro-cken“: In dem Werk „Arsenal“ setzt Jan Van de Roost Maßstäbe für einen modernen Konzertmarsch, geprägt von klaren Themen, die sich in einer Schlusssteigerung bündeln. „Libertango“ ist eine Ikone des Tango Nuevo“ mit prägnanten Rhythmen. In der Blasorchester-Fassung des Komponisten Lorenzo Bocci spürt man den Zug nach vorn im motori-schen Puls, während Holzbläser (mit denen ist der Musikverein gut bestückt) den Rhythmus vorgeben und das tiefe Blech die typischen Tango-Harmonien vorgibt.
Uwe Lautenschlager, 50 Jahre aktiv; Heinrich Schulthoff, 50 Jahre passiv, sowie Dieter Hermann, 70 Jahre aktiv/passiv (eine seltene Ehrung). Die letzten drei Titeln des Hauptorchesters waren ziemliche „dicke Bro-cken“: In dem Werk „Arsenal“ setzt Jan Van de Roost Maßstäbe für einen modernen Konzertmarsch, geprägt von klaren Themen, die sich in einer Schlusssteigerung bündeln. „Libertango“ ist eine Ikone des Tango Nuevo“ mit prägnanten Rhythmen. In der Blasorchester-Fassung des Komponisten Lorenzo Bocci spürt man den Zug nach vorn im motori-schen Puls, während Holzbläser (mit denen ist der Musikverein gut bestückt) den Rhythmus vorgeben und das tiefe Blech die typischen Tango-Harmonien vorgibt.
„Rock It!“ ist ein Rock ’n ‚´Roll- Medley in Konzertfarben, der viele Klassiker enthält: U. a. „Let’s Twist Again“ oder „See you later Alligator“. Dieses Stück wurde übrigens von Jana Setzer dirigiert, während-dessen Ihr Vater Dirk Setzer eine Bassklarinette spielte. Das Finale vollzog sich mit dem Titel „Querbeat – Fettes Potpourri“ in Brass-Pop-Energie, der zeigte, wie vielseitig Blasmusik heute sein kann: Nicht nur sinfonisch und traditionell (wie auf Volksfesten) sondern ebenso modern, lebendig und tanzbar.
Der Beifall fiel orkanartig aus, so ein toller Musikverein hat halt seine Fans und ist ein prägnanter Klang-körper. Klar, dass da Zugaben herhalten mussten – und selbst danach wäre das Publikum noch am liebsten sitzengeblieben: „Hawaii Five-0“ (aus der gleichnamigen Filmmusik) und der flotten Olka „Von Freund zu Freund“ – als endgültigem Rausschmeißer
Text und Fotos: MAIPRESS Medienservice