Golden Jubilation - Jubiläumskonzert
<REPORTAGEN 2025>
Blasmusik-Konzert der Superlative zum 100-jährigen Bestehen:
Golden Jubilation – So schön ist Blasmusik
Werthenbach. Es war einfach ein Konzert der Superlative, bei dem die Ortschaft Werthenbach – und da-mit quasi auch das sogenannte Johannland – regelrecht „Kopf“ stand:
Nämlich das spektakuläre Jubiläumskonzert der Musikkapelle Werthenbach (Leitung: Johanna Knecht) am vergangenen Samstagabend, die in diesem Jahr ihr 100jähriges Bestehen feiert. In diesem Rahmen war denn auch die Kultur- und Begegnungsstätte Johannland schon längere Zeit total ausverkauft, was man nie vermutet hätte. Nicht nur das gesamte, in goldenen Farben gehaltene, Ambiente, erzeugte eine festliche Stimmung – auch das Außengelände im Eingangsbereich war in pinkfarbenes Licht getaucht. Kein Zweifel, dass hier etwas Besonderes los sein musste!
Auf der permanent in goldenes Licht getauchten Bühne waren 44 Musikerinnen und Musiker vertreten, darunter auch etliche aus befreundeten und benachbarten Musikvereinen, die aus Liebe zur Musik so die Werthenbacher Musikanten mit unterstützten. Eine Geste, die im Johannland großgeschrieben wird. Die Moderation des Konzertes wurde von Katja Ehling, Andree Bender und Volker Büdenbender vorgenommen. Nach dem Auftakt zum Konzert mit der Komposition „A Golden Jubilation“ begrüßte der Vorstand neben den Vertretern der Politik die vielen Gäste, darunter auch die Ehrenmitglieder und Mitglieder befreundeter Vereine, die so dem Jubelverein ihre Referenz erwiesen. Vieles sei in den vergangenen Jahren passiert und viele Musikanten seien durch die Reihen der Kapelle gegangen und hätten dabei Spuren hinterlassen.
Danach lief ein Repertoire vom Stapel, das sich in der Tat „gewaschen“ hatte und das Resultat zahlreicher knallharter Proben war. Ungewöhnlich das Dirigat von Johanna Knecht, die studierte Musikerin ist und Ihre Männer – aber auch die Damen – voll im Griff hat und ihnen keine Note schenkt. Dennoch gilt sie ebenso als kumpelhaft und gesellig, wird doch Menschlichkeit ebenso großgeschrieben. Das nächste Stück „First Suite“ in Es“ gilt als absoluter Klassiker der Blasmusik und besteht aus drei eng verwandten Sätzen. Diese werden ohne Pause hintereinander gespielt, was die Kapelle mit ihren gut besetzten Registern auch ordentlich umsetzte.

„Das dritte Stück war von ungewöhnlicher Länge, bei dem das Gehör schon gefordert war".
„The Witch“and the Saint” bedeuten die Hexe und die Heilige – ein episches Stück mit emotionaler Tiefe, in dem eine Geschichte von zwei Schwestern erzählt wird, von denen eine als Hexe verurteilt wird. Diese Charaktere in Musik umzusetzen, ist für kein Orchester eine leichte Aufgabe, wobei nach strikter Trennung der Parts auch auf ein homogenes Klangbild geachtet werden muss.
Das vierte Werk „A Choral for a Solemn Occassion“ – ein Choral für einen feierlichen Anlass - hingegen war die Umsetzung historischer Ereignisse und Momente, die das Orchester zusammengeschweißt und verbun-den haben, zusammen mit Erinnerungen an Erfolge sowie Freude und Zusammenhalt. Und genau das konnte man hören und fühlen! Es ist eben auch das, was die Blasmusik im Johannland ausmacht und ihr eine besondere Note verleiht.
Fünfter und letzter Titel vor der Pause war „Musik for Solemnity“. Ein festliches Stück, dass die Werthenba-cher bereits beim Jahreskonzert 2010 zum Vortrag brachten: Kraftvolle Klänge, erhabene Melodien, kurz-um eine Atmosphäre der Würde und Erhabenheit. Ein Werk von Jan de Haan, das gleichzeitig eine Hom-mage an John Williams für dessen zahlreiche Filmmusiken darstellte.
Nach dem eher gewaltigen 1. Konzertteil gab es nach der Pause nun nur noch „Gute-Laune-Musik“, was nicht unbedingt alle Musikkapellen so machen. Auf den schwungvollen “March from 1941“ folgte „We are the World“ aus dem Jahr 1985, mi dem man auf die Hungersnot in Äthiopien aufmerksam machen wollte. Dabei gab es in den 80er Jahren ein Highlight der Musikkapelle Werthenbach: Nämlich eine Fahrt zum Bundestag auf Einladung des Ex-MdB Paul Breuer. Unter Leitung des früheren Dirigenten Fritz Nöh habe man dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl ein Ständchen gebracht.
Als Solisten bei diesem Stück brillierten übrigens Andree Bender, Sven Büdenbender und Florian Finé.
Als Solisten bei diesem Stück brillierten übrigens Andree Bender, Sven Büdenbender und Florian Finé.
Achter Titel im Repertoire: Der Marsch „Stars und Stripers forever“ – bekannt auch in Deutsch als „Unter dem Sternen Hier sei der präzise gespielte Part der Piccoloflöten erwähnt – aber auch das kräftige Blech, das sich harmonisch, ohne wiederum zu sehr zu dominieren, einfügte. Der amerikanische Komponist John Philip Sousa übrigens entwickelte das nach ihm benannte Sousaphon – eine Kontrabass-Tuba mit einem besonders großen Schalltrichter, die einen wuchtig-kräftigen Ton zu erzeugen vermag.
Es folgte „Buglers Holiday“ (Ferien eines Hornisten) – ein Werk, das durch sein fetziges Trompetentrio bekannt ist und auch von den Werthenbachern schon oft gespielt wurde. Das herausragende Solo spielten Sven Büdenbender, Florina Finé und Markus Weber. Den Titel „Elvis-The King“, von dem gleichnamigen König des Rock ‘n Roll, der Mode, Tanz und Jugendkultur beeinflusste, brachte die Musikkapelle als Erinne-rung an 1950 hervor, wo erstmalig ein großer eigener Raum in der alten Kapellenschule zur Verfügung stand.
Weiter im Takt ging’s mit „In the Miller Mood“ zu Glenn Miller, womit man im Genre des Jazz blieb. Angeb-lich ist Miller 1944 bei Siegen abgestürzt – so eine Legende.
Millers Leidenschaft zur Musik begann in den 1920ern Jahren, in denen auch die Musikkapelle ihren An-fang nahm. Unter Josef Görg fand sich 1925 eine Gruppe junger, musikliebender Männer zusammen und gründeten die Musikkapelle Werthenbach. Last not least wurde als 12. und letzter Titel „MKW Gold“ ange-stimmt, ein Hit-Mix, den die Musikkapelle eigens für das 100-jährige Jubiläum zusammengestellt hatte
Was für eine Musikalität, was für ein tolles Engagement!
Trampeldonner und Applauskaskaden – da musste logisch eine Zugabe her. Und die wurde mit dem Titel „So schön ist Blasmusik“ gerne gewährt. Was kann man dazu noch sagen?
Vielleicht diesen Spruch:
Vielleicht diesen Spruch:
Im Johannland schallts lange noch: Ihr Werthenbacher lebet hoch!
Text, Fotos und Videos: MAIPRESS Medienservice
Hier der Link zum Konzertprogramm mit Moderation