Volkslied trifft Brodway - MAIPRESS Medienservice

Hans-Gerhard Maiwald
Hans-Gerhard Maiwald auf dem Gipfel des Schrankogels, 3500 Meter
Fahrradkurier Hans-Gerhard Maiwald legt eine Rast im Glottertal vor St. Peter ein

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Stand: 18. Juli 2024
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Wenn die Seele Flügel bekommt
 
Netphen. Sind Volkmusik und Volkslieder eigentlich noch zeitgemäß? Wer diese Frage verneint, ist in der Tat nicht gut informiert oder hat noch nie eines der zahlreichen Konzerte besucht, die nach langer Zwangspause aufgrund der Corona-Pandemie jetzt wieder stattfinden.
 
Am vergangenen Sonntagnachmittag fand im idyllisch an der Eisenstraße gelegenen Waldland Hohenroth (beim ehemaligen Forsthaus Hohenroth) ein solches Konzert statt.  Klein zwar, aber fein! Diethard Altrogge, der ehemalige Forstamtsleiter, konnte rund 30 Zuhörer/innen begrüßen, um den Darbietungen der Sopranistin Manuela Meyer aus Niederfischbach und der Pianistin Natalia Nazarenus aus Betzdorf zu lauschen. „Volkslieder treffen auf Musicals“ lautete das Motto. Volkslieder sind traditionelles deutsches Liedgut, und Broadway-Melodien zählen zur amerikanischen Kultur. Und eben diese Brücke wurde von den beiden Frauen meisterhaft geschlagen.
Das Feuer im Kaminofen des mit Holzelementen ausgebauten Raumes knisterte behaglich und trug mit zu dem feierlichen Ambiente bei. Perfekter konnte die gemütliche Stimmung nicht mehr sein. Manuela Meyer ist studierte Opernsängerin und fungierte etliche Jahre an der Bühne Dortmund. Zudem tritt sie auch mit weiteren Musikern und Künstlern unserer Region auf. Nazarenus hingegen ist Organistin in der Ev. Kirchengemeinde. Ein in der Tat perfekt eingespieltes Team!
 
Meyer gefiel durch ihre tremolierende, schwebende Stimme, die sehr hohe Tonlagen erreicht, ohne dabei schrill zu wirken und Nazarenus durch ihre facettenreiches Piano-Begleitung die mit zahlreichen Koloraturen untermauert ist und sich wie bunte Mosaiksteine in den Gesang einfügte.
 
Ob „Am Brunnen vor dem Tore“, „Sah ein Knab ein Röslein steh ‘n oder „Over the Rainbow“: Die beiden Damen verstanden es, beim Publikum Emotionen zu wecken. Kein Zweifel: Volksmusik und Volkslieder führen zurück auf die Wiesen unserer Kindheit; sie werden als deutsches Kulturerbe nie aussterben. Und was besonders schön war: Das Publikum war zum Mitsingen eingeladen! Denn Allüren kennen die beiden Künstlerinnen nicht, und dass die Zuhörer dabei ein wenig aus dem Takt gerieten, machte alles noch ein wenig herzhafter, so dass man sich schnell wieder gefangen hatte.
 
Regelrecht betörend wirkte das Lied von der Loreley, deren Gesang der Sage nach einst die Boote der Rheinschiffer am gleichnamigen Felsen zerschellen ließ – aber ebenso das träumerische Lied „Guten Abend, gute Nacht“. Und als Manuela Meyer als Zugabe noch ihre Eigenkompositionen „Sehnsuchtsmelodie“ anstimmte, war das Publikum vollends aus dem Häuschen und gab gerne eine Spende, die sich die beiden Frauen wirklich verdient hatten.
Schade nur, dass das ehemalige Café Waldland seine Pforten geschlossen hat!


Die Sopranistin Manuela Meyer (links) und die Pianistin Natalia Nazarenus begeisterten mti einem wunderschönen Konzert
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