Reisen in der Corona-Krise - MAIPRESS Medienservice

Hans-Gerhard Maiwald
Hans-Gerhard Maiwald auf dem Gipfel des Schrankogels, 3500 Meter
Fahrradkurier Hans-Gerhard Maiwald legt eine Rast im Glottertal vor St. Peter ein

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Corona-Krise:

Sind Reisen denn völlig tabu?

Die Corona-Pandomie hat uns voll im Griff. Das Osterfest fängt diese Woche mit dem Karfreitag an, und mancher wird gerne den Wunsch verspüren, doch über die Feiertage eine kürzere Reise zu machen, z. B. in eine Region mit schöner Landschaft, die innerhalb weniger Stunden mit dem Pkw zu erreichen ist.

Doch ist das überhaupt möglich? Die zweispältige Antwort wäre ein „Jein".
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in mehreren Statements ausdrücklich davor gewarnt, über die Feiertage zu verreisen. Dazu haben die einzelnen Bundesländer z. T. stark unterschiedliche Regelungen getroffen. Ziemlich böse sieht es damit z. B. in Bayern aus, wo selbst eine kleine Wanderung bzw. Spaziergang begründet werden muss. Es gibt schon einige Klagen wegen Verfassungswidrigkeit derartiger Restriktionen.
Doch die Regelungen lassen gewisse Spielräume zu. Vergleichsweise steht Nordrhein-Westfalen noch günstig da. Außer Familienmitgliedern dürfen einzelne Personen nur noch mit einer weiteren im Abstand von 1,5 Metern unterwegs sein, das gilt übrigens auch für Radfahrer. Vieles kann dabei jedoch Interpretationssache sein, und nicht in jedem kleinen Dorf und im Wald steht an jeder Ecke die Polizei. Dennoch sollte man hier und da mit einer Kontrolle rechnen (sofern man am auswärtigen Kfz-Kennzeichen erkannt wird), wo nach dem Zweck der Reise gefragt wird.
Eine Reise mit etwa 150 km Anfahrt - auch in ein anderes Bundesland (Ausnahmen siehe unten), ist ja nun durch-aus drin. Wenn Sie abends dann wieder diese Strecke nach Hause fahren, ist doch alles in Ordnung, Hauptsache ist, Sie halten bei Ihrer Reise die Kontaktbeschränkungen ein.

Doch kommen wir zurück zu einer Kurzreise über die bevorstehenden Ostertage, womit wir uns ín diesem Beitrag auf Fahrten innerhalb Deutschland beschränken wollen. Ins Ausland ist es derzeit noch komplizierter.
Aktuell ist es außer der Fahrt zur Arbeit und zur Wahrnehmung allgemeiner erwerbsmäßiger Tätigkeiten, zum Einkaufen, für Besorgungen für Arzttermine usw. auch sonst noch erlaubt, mit dem Auto zu fahren. Das kommt ganz darauf an, in welchem Bundesland man lebt; in Bayern z. B. hätte man gegenwärtig sehr schlechte Karten. Darf man jedoch mit dem Auto unterwegs sein, dann scheiden folgende Ziele vorerst aus:
Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein sowie Inseln in der Nord- und Ostsee. Die sind für jeglichen Touris-mus komplett gesperrt. Doch es gibt ja noch andere Ziele in Deutschland, z B. die Schwarzwälder- und Bodensee-region.

Dabei muss jedoch klar sein:
Was will ich am Zielort machen, will ich Leute treffen? Am besten hat es zunächst der Single; eine weitere Person darf noch mit im Auto sein, weitere allerdings nicht - es sei denn, man ist eine Familie oder es sind Personen aus demselben Haushalt. Die erste Hürde ist, dass weder unterwegs noch am Zielort derzeit Nächtigungen möglich sind, auch Campingplätze sind dicht. Nächtigungen gibt es hier und da nur noch für Geschäftsreisende, wenn das nachweisbar ist. Oder jemand hat zufällig Bekannte oder Verwandte am oder beim Reiseziel, von denen man aufgenommen wird. Hier gäbe es ein Hintertürchen: Das Kontaktverbot für mehr als eine Person gilt nur für die Öffentlichkeit, innerhalb der durch das Gesetz geschützen, unverletzlichen Wohnung nicht. Wer also nicht grade eine Corona-Party feiert (dies wäre unzulässig und strafbar) und sich unauffällig verhält, hätte hier eine Möglichkeit.
Doch es gäbe noch eine zwar etwas abenteuerliche Möglichkeit, für die man auch geeignetes Equipment braucht: Das Schlafen im Auto, falls es geräumig genug ist!
Grundsätzlich ist das Schlafen im Fahrzeug in Deutschand nicht verboten, wenn man sich an einige Regeln hält:

  • Nicht in einem Halte- bzw. Parkverbot oder ohne Erlaubnis auf einem Privatgrundstück (dazu zählen auch die Parkplätze von Super- und Großmärkten!)

  • Steht Ihr Auto hingegen ordnungsgemäß auf einem Parkplatz, der allgemein zugänglich ist und auf dem keine zeitliche Beschränkung besteht, dürfen Sie dort im Auto übernachten. Es ist jedoch davon abzuraten, sich dafür einen solchen Platz z. B. in einem Stadtzentrum auszuwählen. Besser wählen Sie dazu einen so genannten Wanderparkplatz, die es an vielen Landstraßen und außerhalb von Dörfern gibt. Das sollte eigentlich funktionieren und fällt auch viel weniger auf. Zudem ist es auf solch einem Platz leichter, das persönliche Bedürfnis zu erledigen, wenn man dazu etwas entfernt vom Auto in Buschwerk oder den Wald geht.

  • Lassen Sie während der Nächtigung keinesfalls Stühle, Tische und Campingutensilien (die benötigen Sie für solch ein Unterfangen) beim Fahrzeug stehen und auf gar keinen Fall Unrat. Ansonsten erwecken Sie den Eindruck, dass Sie dort campieren, was nun nicht erlaubt wäre.

  • Es ist dringend zu empfehlen, sich bei weiteren Nächtigungen als nur einer Nacht jeweils einen anderen Parkplatz zu suchen, es gibt genügend davon! Es könnte allerdings sein, dass einige Wanderparkplätze abgesperrt sind; doch das wird erst vor Ort erkennbar sein.

Bedenken Sie bitte, dass Sie Ihre gesamte Zeit für die Reise entweder im Fahrzeug oder mit Freizeitaktivitäten vor Ort verbringen müssen! Wegen der Corona-Krise sind mitunter neben den Gasthäusern, Pensionen, Campingplätzen auch Parkanlagen, Unterstände usw. geschlossen.
Eine intensive Körperpflege können Sie auch nicht durchführen, außer etwa sich zum Waschen einen Bach zu su-chen, etwas lässt sich in einer ländlichen Region da schon finden.

Zu empfehlen ist das, was Sie gerade gelesen haben zwar nicht, doch sollte ein freies Reisen auch während des kommenden Sommers nicht möglich sein, wäre es die einzige Möglichkeit.  
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