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Das
leidige Problem mit dem "Standby"-Betrieb
Zumindest
die Älteren unter uns können sich noch daran erinnern:
Elektrogeräte, Radios, Phono-Geräte, Leuchten u. a. m. wurden vor
Jahrzehnten noch vollständig mit dem regulären Netzstrom (inzwischen 230
Volt) betrieben. Je nachdem es erforderlich war, diese Spannung
herabzusetzen - z. B. auf 12 Volt - erfolgte dies über den eingebauten
Netztransformator, dessen Spannungszufuhr schlicht und einfach über einen an
der Bedien- oder Frontseite angebrachten Kipp- ,Dreh- oder Schiebeschalter
erfolgte.
Ein war ein - und aus war auch aus! Will heißen, dass durch diese Schalter
die Zufuhr des Netzstromes entweder geschlossen oder unterbrochen wurde -
fertig.
Doch in unserem überängstlichen
und überbürokratisierten Land glaubte man festzustellen, dass diese
Netzschalter "gefährlich" sein könnten - was aber letztlich nur die Frage
einer qualitativ hochwertigen Konstruktion war.
Also "verbannte" man den Netzschalter aus den Geräten und belässt die
Transformatoren ständig am Netz angeschlossen. Stattdessen führt man
lediglich die "harmlose" Niederspannung durch den "Ausschalter" und lässt
die Nutzer so in dem Glauben, damit sei ihr Gerät vom Netz abgeschaltet.
Pustekuchen! Der Netztrafo zieht munter und fröhlich weiterhin Strom - und
dies mitunter über Monate hinweg, sollte das betreffende Gerät solange nicht
genutzt werden.
Außerdem ist dieser "Leerlauf" von der Herstellerindustrie (wahrscheinlich)
gewollt. Sie sollen sich ja an Strom dumm und dämlich bezahlen! - Auch
Kaffeemaschine und Heißwasserboiler brauchen (angeblich) Strom, wenn deren
Netzstecker eingesteckt bleibt!
Dies trifft z. B. bei den
Soundboxen der PC 's zu; betätigt man den Ausschalter an deren Frontseiten,
geben sie zwar keinen Mucks mehr von sich, aber das eingebaute Netzteil
bleibt weiterhin in Betrieb, da die Netzspannung ja gar nicht durch diesen
Schalter geführt wird. Man kann dies feststellen, indem man sich mit einem
Ohr so einer Box nähert; man wird einen leisen Brumm hören (dies ist die 50
Hz-Frequenz des Wechselstromes). Jeder Transformator besitzt einen Kern aus
speziellen Blechen die zu einem Paket zusammengefasst sind und der dann
dieses typische Brummen erzeugt. Bei Stille im Zimmer, z. B. nachts, kann
dies sogar lästig sein!
Je lauter dieser Brumm ist, desto schlechter übrigens die Qualität des
Trafos! Zahlreiche dieser Trafos sind übrigens miserabel aufgebaut; Primär-
und Sekundärwicklung schlecht galvanisch voneinander getrennt. Also
qualitativ minderwertige Billigprodukte! Trafos und Netzteile, die im
Betrieb sehr heiß werden, sind mitunter das prägnante Kennzeichen eines
unterdimensionierten und schlechten Aufbaues - trotz oft vorhandenem
CE-Kennzeichen. Ein wirklich gutes Netzteil wird selbst bei voller Last
gerade mal handwarm und lässt allenfalls ein leises Brummen vernehmen, wozu
man aber schon sehr dicht mit dem Ohr herangehen müsste.
So hilft nur eines: Komplett den Netzstecker zu ziehen, doch der ist nicht
immer gut zugänglich. Oft muss man dazu z. B. unter einen Tisch kriechen
oder gar ein Möbelstück abrücken.
Wer z. B. in die Ferien starten
will, sollte daher bei seinen Elektrogeräten komplett die Stecker heraus
ziehen. Das schont Haushaltskasse und Klima. U. a. zeigt die Initiative
"Energie-Effizienz", wie man heimlichen Stromverbrauchern auf die Spur kommt
und sie richtig abschaltet.
Ganz oben auf der Liste stehen Fernseher, Satelliten-Empfänger, Video- und
Audiogeräte. Sie haben eine "Standby"-Funktion. mit der man die
Technik bei Bedarf halt schnell in Betrieb nehmen kann. Auf der einen Seite
ein Komfort für die Verbraucher; doch viele Geräte brauchen keineswegs eine
Aufwärm- oder Anlaufzeit. Eine Halogenleuchte mit einem Vorschaltnetzteil z.
B. brennt auch direkt in voller Leuchtstärke, wenn man den
Niedervoltschalter an dieser Lampe eingeschaltet lässt und einfach nur an
der Steckdose das Netzteil direkt ein- und ausschaltet! Vorschalt- und
Steckernetzteile verursachen unnötig Stromkosten, wenn sie längere Zeit
nicht benutzt werden.
Gerade im Urlaub, jedoch auch bei längerer Nichtbenutzung, lohnt es sich daher, sie durch Ausstöpseln dieser
Netzteile, Ziehen des Netzsteckers oder Dazwischensetzen eines externen
Schalters komplett vom Stromnetz zu trennen. Ob der Standby-Modus aktiv
ist, lässt sich in der Regel leicht erkennen (jedoch nicht bei jedem
Gerät!): An leuchtenden Lämpchen, Leuchtdioden, LED' s und Digital-Anzeigen.
Viele Geräte ziehen aber selbst dann noch weiter Strom, wenn sie sich nicht
mehr in diesem Modus befinden. Daher sollte man zusätzlich den Netzstecker
ziehen. Ein einfacher Trick erleichtert das Abschalten: Alle in Betracht
kommenden Geräte an eine abschaltbare Steckdosenleiste anschließen - und mit
einem Klick ist der Strom gekappt.
Noch eleganter (siehe Foto) ist ein so genannter "Power-Manager", der - wie
im Bild ersichtlich - z. B. unter dem PC-Monitor untergebracht werden kann.
Ein Gerät, das einen Generalschalter für das Stromnetz besitzt und
zusätzliches, getrenntes Ein- oder Ausschalten von Geräten, Netzteilen, Boxen usw.
ermöglicht. Welches Gerät in Betrieb ist, erkennt man ganz einfach an den
jeweils rot beleuchteten Schaltern. Die Steckdosen befinden sich jeweils auf der
Rückseite des Gehäuses Das Kriechen unter einen Tisch, um an eine
Steckdosenleiste heranzukommen, erübrigt sich so. Erhältlich ist dieses
Gerät u. a. bei
Conrad-Electronic.
Bei manchen Geräten kann allerdings die Programmierung, wie z. B.
die Uhrzeit, verloren gehen, wenn sie komplett vom Netz getrennt werden.
Bessere Hersteller sehen für diesen Fall jedoch eine langlebige
Pufferbatterie vor, die diese Daten in einem Chip erhält - eigentlich
gegenwärtiger Standard. Ist aber nur die Uhrzeit - ohne Schaltfunktionen -
davon betroffen, sollte man sich fragen, ob man die wirklich bei den
betreffenden Geräten braucht, da Uhren in jedem Haushalt und Büro oft
mehrfach vorhanden sind.
Auch Faxgeräte und schnurlose
Telefone kann man vom Netz nehmen - soweit sie während der Abwesenheit nicht
unbedingt benötigt werden. Verschiedene Provider bieten das
Entgegennehmen von Faxen und sogar Anrufen als Dateien über eine
E-Mail-Adresse an, die nach Rückkehr abgerufen werden können.
Ausnahmen können allerdings ein Telefon mit Anrufbeantworter sowie die
Internet-Box sein, wenn darüber noch Telefone geschaltet sind, die von
weiteren, nicht abwesenden, Personen im Haus genutzt werden. Lediglich dann,
wenn sonst niemand anderes derartige Geräte und Anlagen im Haus oder der
Wohnung benötigt, können auch diese komplett abgeschaltet werden! Wer
vollständig konsequent vorgehen möchte, kann auch noch den
Klingeltransformator außer Betrieb setzen; wenn gar niemand im Haus ist,
muss es ja auch nicht klingeln!
Selbst in der
Küche und im Bad sind Standby-Verluste vermeidbar. Z. B. Mikrowelle,
Geschirrspüler und Waschmaschine lassen sich auch komplett abschalten.
Auch Kühl- und Gefrierschränke kann man bei längerer Abwesenheit außer
Betrieb setzen, wenn sonst niemand im Haus ist. Voraussetzung dafür ist
allerdings, dass nichts sonst Verderbliches mehr vorhanden ist (vorher
verbrauchen). Zudem müssen die Türen und Klappen nach dem Abtauen offen
bleiben.
(Maipress) |